23 Apr. 2026

Tag der Mädchen in Tech

23 Apr. 2026

Über das Event

Der 23. April ist der International Girls in ICT Day, ein Tag, der 2011 von der International Telecommunication Union (ITU) der Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde. An jedem vierten Donnerstag im April erinnert sich die Welt daran: Technologien sind für alle da — und sie sollten auch von allen gestaltet werden. Dieser Tag geht nicht um Mitleid oder Quoten, sondern darum, dass die Branche ganz real Geld und Ideen verliert, wenn die Hälfte der Weltbevölkerung außen vor bleibt.

Thema 2026: „AI for Development: Girls Shaping the Digital Future“

In diesem Jahr liegt der Fokus auf künstlicher Intelligenz. Die UN und die FAO organisieren ein globales Online-Mentoring-Programm, in dem Mädchen aus verschiedenen Ländern an KI-Projekten im Bereich Agrar- und Ernährungssysteme arbeiten. Die Idee ist einfach: Wenn die KI der Zukunft nur von Männern entwickelt wird, wird sie auch nur männliche Probleme lösen. Alle Stimmen gehören an den Tisch.

Zahlen, die für sich sprechen

26,7 % — so hoch ist der Anteil von Frauen in der globalen IT-Branche (Deloitte, 2026). In den USA liegt er etwas höher — 28 % in Computing-Rollen und 35 % im gesamten STEM-Bereich. Zum Vergleich: 1970 waren es 8 %, 1984 bereits 37 % (der Höchststand!), danach sank der Anteil wieder. Ja, in den Achtzigern gab es in der Informatik mehr Frauen als heute.

22 % — der Anteil von Frauen in KI. 24 % — in der Cybersicherheit. 15–16 % — unter CTOs. Je höher die Karriereleiter, desto weniger Frauen sind vertreten. Dieses Phänomen wird oft als „broken rung“ bezeichnet — die erste Beförderung in eine Führungsrolle ist für Frauen unverhältnismäßig schwerer.

Nur 2,3 % des Venture Capitals gehen an rein weibliche Gründerteams. Gleichzeitig erwirtschaften von Frauen gegründete Unternehmen 2,5-mal mehr Umsatz pro investiertem Dollar (BCG).

50 % der Frauen in der IT verlassen die Branche bis zum Alter von 35 Jahren.

Heldinnen, ohne die IT heute anders wäre

  • Ada Lovelace (1843) — schrieb das erste Computerprogramm der Welt. Das allererste. Für eine Maschine, die noch nicht einmal gebaut war.
  • Die sechs ENIAC-Programmiererinnen (1945) — programmierten den ersten elektronischen Computer in den USA. Ihre Namen blieben jahrzehntelang unbekannt.
  • Grace Hopper — erfand den ersten Compiler und machte den Begriff „Bug“ populär (nach einem Insekt, das in einem Relais des Mark-II-Computers gefunden wurde).
  • Margaret Hamilton — leitete die Entwicklung der Bordsoftware von Apollo 11. Ihr Code brachte Menschen auf den Mond.
  • Reshma Saujani — gründete Girls Who Code. Absolventinnen des Programms entscheiden sich 7-mal häufiger für Computer Science als der Landesdurchschnitt.

Was wirklich funktioniert

Die Statistik zeigt klare Einstiegspunkte:

  • Mädchen, die vor dem 13. Lebensjahr an Programmierprogrammen teilnehmen, wählen 3-mal häufiger ein STEM-Fach (Girls Who Code, 2025).
  • Mädchen, die AP Computer Science belegen, studieren 5-mal häufiger Informatik an der Universität (Code.org).
  • Länder mit verpflichtendem Informatikunterricht in der Schule haben 15 % mehr Mädchen in der IT (OECD).
  • Remote-Arbeit hat die Zahl weiblicher Bewerberinnen für IT-Rollen um 28 % erhöht (Hired, 2025).
  • 44 % der Frauen in europäischen IT-Unternehmen haben keinen STEM-Hintergrund und wurden erst im Job ausgebildet.

Was schenkt man an diesem Tag?

  • Einen Programmierkurs — von Codecademy bis freeCodeCamp. Das beste Geschenk ist eine Fähigkeit, die eine Karriere verändern kann.
  • Das Buch „Invisible Women“ von Caroline Criado Perez — darüber, wie die Welt ohne Frauen als Maßstab gestaltet wird. Danach blickt man anders auf Produktdesign.
  • Ein Mentoring-Gespräch — wenn du in der IT arbeitest, biete einer jungen Frau am Anfang ihres Weges eine Stunde deiner Zeit an. Ein einziges Gespräch kann eine Laufbahn verändern.
  • Ein Arduino- oder Raspberry-Pi-Set — Hardware-Projekte für alle, die nicht nur Code schreiben, sondern auch Ergebnisse mit den eigenen Händen sehen wollen.
  • Ein „Women in Tech“-Stickerpack — für den Laptop, als Erinnerung daran, dass du hier völlig zu Recht bist.
  • Eine Spende an Girls Who Code, Black Girls CODE oder AnitaB.org — Organisationen, die die Zahlen tatsächlich verändern.

Schon gewusst?

1843 war Ada Lovelace die einzige Programmierexpertin der Welt. Die einzige. Und sie war eine Frau. 180 Jahre später versucht die Branche noch immer, das Gleichgewicht zu erreichen, das an ihren Ursprüngen bereits existierte. Girls in ICT Day geht nicht darum, Mädchen in die Technologie „hineinzulassen“. Sie waren von Anfang an da.